Montag, 4. Mai 2009

Schweinegrippeeeeee


Ja die Schweinegrippe geht um und ich bin mitten im Geschehen. Wenn ihr euch schon über die Informationsflut in meinem Blog wundert, ich hab seit einer Woche unifrei, weil alle Schulen und Universitäten aufgrund der Schweinegrippe geschlossen wurden. Und darum habe ich jede Menge Zeit, um meinen Blog endlich mal wieder zu aktualisieren. Jaja, so lässt es sich leben :-) Blöd ist nur, dass auch alle Diskotheken, Kinos und Bars geschlossen wurden, ausgehen ist im Moment also eher schwer. Vorgestern wurden wir sogar aus einer Bar geschmissen, weil die Polizei vorbeigekommen und sie mal einfach so geschlossen hat. Ja, man hats nicht leicht.. Viel unternehmen können wir im Moment leider nicht, weil auch ein Großteil der Sehenswürdigkeiten geschlossen sind.

Die Franzosen haben auch schon in großer Zahl Reissaus genommen. So gut wie alle französischen Studenten wurden von ihren Unis und von der französischen Botschaft gezwungen, so schnell wie möglich heimzukommen. Ja, die Franzosen sind halt etwas anders...

Masken sind auch total ausverkauft, wir hatten Glück noch welche zu ergatten. Die Panik ist allerdings völlig unbegründet. Wir sind alle bei bester Gesundheit und hier in Yucatan hat es noch keinen einzigen Fall gegeben, das Leben geht also völlig normal weiter, bis auf das das wir jetzt noch zusätzliche Ferien haben.

Ach ja, und die Masken auf dem Foto haben wir auch nur zum Spass angezogen :-)

Grutas de Calcethok

Letztes Wochenende gings mit unseren Tutoren und allen Austauschstudenten in die Höhlen von Calcethok. Plan war es eine Tour von 3 Stunden zu unternehmen, um die Höhlen zu erkunden. Die ersten von uns blieben jedoch gleich beim Eingang auf der Strecke. Beim Anblick der Höhle beschlossen sie dann doch lieber umzukehren und am Tageslicht zu warten. Der harte Kern machte sich dann ausgestattet mit Taschenlampen und einer großen Portion Mut auf den Weg.

und so sahen wir vor dem Betreten der Höhlen aus


Wir sind dann drei Stunden auf dem Hosenboden herumgerutscht, auf Knien gekrochen und haben uns durch unglaublich kleine Löcher gequetscht und sind dabei bis 70 m unter die Erdoberfläche vorgedrungen. Beim ersten Anblick der winzigen Löcher durch die wir durch mussten, hätten wir nie im Leben geglaubt, dass wir da auch wirklich durchpassen, aber es ist gott sei Dank dann doch niemand stecken geblieben :-). Aber ohne Führer hätten wir wohl nie wieder aus diesen Höhlen herausgefunden.

und so sahen wir dann danach aus...


..ganz leicht dreckig, mit diversen Abschürfungen an Knien und Ellenbogen und ich mit unzähligen Beulen weil ich mir natürlich 10 mal den Kopf angehaut habe, wie könnte es anders sein :-)

Aus dem inneren der Höhlen gibt es leider kein Beweismaterial, weil es einfach unmöglich war, eine Kamera mitzunehmen.

Mittwoch, 29. April 2009

Lang ist's her..

... das ich das letzte mal etwas von mir hören lassen habe. Das liegt daran, dass ich gerade drei Wochen Osterferien hinter mir habe. Naja, eigentlich wären es ja nur zwei gewesen, aber ich hab mir mal einfach eine dritte dazugenommen, wenn schon denn schon :-).
Und die drei Wochen habe ich dann genutzt um mit meiner extra angereisten Family und unseren mexikanischen Freunden einen kleinen Trip durch Mexiko zu unternehmen... und wir sind einiges herumgekommen: León, Lo de Marco, Puerto Vallarta, Acapulco, Cancun, Playa del Carmen und zu guter Letzt mein momentanes Zuhause Merida. Was kann man mehr dazu sagen? Sonne, diverse Strände, Meer,..


P.S. Danke übrigens für die extra nach Mexiko geschmuggelten Osterhasen! :-)

Dienstag, 31. März 2009

Chichén Itzá und die Erscheinung des Gottes Kukulkán


Chichén Itzá ist die größte und bedeutendste Pyramide der Mayas hier in Yucatan. Die 30m hohe Pyramide besteht aus 91 steilen Stufen. Mit vier multipliziert und mit der letzten Stufe vor dem Tempel addiert ergibt das die Zahl von 365 Treppenstufen. Dies stellt genau die Zahl der Tage im Jahr dar. Unglaublich, was die Mayas schon so alles drauf hatten!

Zweimal im Jahr, genau zur Tages- und Nachtgleiche werden Sonne und Schatten so auf der Pyramide reflektiert, dass sich eine gefiederte Schlange abzeichnet, die Erscheinung des Gottes Kukulkán (oder auch einfach Gott des Windes) höchstpersönlich.

Wir wollten uns dieses Schauspiel natürlich nicht entgehen lassen und sind wie hunderte andere Mexikaner an diesem Tag nach Chichen Itza gepilgert. Die Menge der Leute hat schon fast an ein Rockkonzert erinnert. An diesem Tag war es leider etwas bewölkt, was schlecht ist, denn der Gott erscheint nur bei Sonnenschein. Wir hatten dann aber noch Glück, die Sonne kam, Kukulkán erschien und wir alle wurden erleuchtet. Und so schaut das ganze dann aus:


Cancun, oder der Ballermann der Amis

An was denkt man, wenn das Wort Mexiko fällt? Richtig, an Sombreros, Tequilla und natürlich an den berühmt und berüchtigten Springbreak in Cancun. Für meine ältere Leserschaft, die mit dem Begriff Springbreak eventuell nichts anfangen kann:

"Spring Break (engl. etwa: Frühlingsferien) ist eine meist ein-, manchmal auch zweiwöchige Pause des Studienbetriebes an den Colleges und Universitäten der USA. In dieser Zeit suchen Studenten oft wärmere Orte der USA, Mexiko oder die Karibik auf, um ausgiebig zu feiern (Party). Oft kommt es bei diesen Feiern zu Alkoholmissbrauch."
(zietiert nach Wikipedia ;-)


Ich dachte mir "das musst du sehen" und habe vorvorletztes Wochenende (ja solange ist das schon wieder her) spontan meine Koffer gepackt und mich mit Laura in den Bus nach Cancun gesetzt. Dort hatte ich auch das Vergnügen bekannte Gesichter aus der Heimat (vom MCI) wieder zu sehen. Und zwar Simon, der mit einem Norweger im Gepäck der Kälte in Omaha entfohen ist (und dafür ist Cancun wirklich keine schlechte Wahl!). Und dank Simon kam ich auch nach 3 Monaten Abstinenz in den Genuss echter österreichischer Schokolade - und zwar einer Mozartkugel (danke Simon :-)


Ja und was haben wir dann das Wochenende in Cancun gemacht? Das was dort alle tun: ganz viel Party und ganz viel Sonne und Strand. Die Partymeile dort kann sich sehen lassen, genauso wie die Eintrittspreise in die Clubs. Aber da ich mit meiner Studentenkarte als waschechte Mexikanerin gelte, habe ich statt unglaublichen 60 €, nur 21 € bezahlt. So macht das Partymachen doch gleich viel mehr Spass!


Donnerstag, 12. März 2009

Rio Lagartos

Damit mir an meinem 4-Tagewochenende auch nicht langweilig wird, habe ich mich an der Uni für einen Fotografiekurs angemeldet. Mit diesem ging es vorletztes Wochenende für zwei Tage ins verschlafene Fischerdorf Rio Lagartos, das zu einem Biosphärenreservat gehört. Unsere einzige Aufgabe war es, ein paar schöne Fotos zu machen. Also haben wir uns ein Boot und einen Reiseführer geschnappt und auf gings zu den Flamigos, Pelikanen, Krokodilen, .. um ein paar Schnappschüsse zu machen. Das ganze schaut dann so aus:


Für mehr Fotos hier klicken. Leider habe ich keine Zeit mehr zu berichten. Ich sitze nämlich schon auf gepackten Koffern, da es über das Wochenende nach Cancun geht :-D Sonne, Strand und Fiesta.. juhuu

Freitag, 27. Februar 2009

Chiapas

Zeit für einen kleinen Reisebericht. Donnerstag Nachts um 12:00 ging es mit dem Bus ins 7 Stunden entfernte Palenque. Diverse Kommentare in Reiseführern, dass die Strecke Nachts mit dem Bus wohl nicht die sicherste ist und Erzählungen von Mitstundenten, dass vor drei Wochen anscheinend genau so ein Bus überfallen worden ist, haben uns ein bisschen ein mulmiges Gefühl beschert. Mit Geld und Kreditkarten an diversen Körperstellen versteckt gings dann aber trotzdem los. Aufgrund der vielen Schlaglöchern und Topes (das sind Wellen in der Fahrbahn um die Geschwindigkeit zu reduzieren) alle zehn Meter war schlafen schwer, aber wir sind trotzdem gut in Palenque angekommen.

Von dort aus ging es dann gleich zur Besichtigung der Mayaruinen von Palenque, die mitten im Dschungel liegen. Neben eindrucksvollen Pyramiden ist Affengebrüll inklusive (gesehen haben wir leider keine). Danach ging es zur Erfrischung zum Baden zu den Wasserfällen "Agua Azul" was soviel wie "blaues Wasser" heißt. Wieso? Seht selbst auf den Fotos.

Wir sind dann gleich weiter in den Ort Ocosingo gefahren, der uns am nächsten Tag als Ausgangspunkt für eine weitere Ruinenbesichtigung diente. Da wir für mexikanische Verhältnisse frühmorgens (um 10) dort waren, waren wir die Einzigen und konnten den wunderschönen Ausblick von der Pyramide ganz ungestört genießen.
Da wir einen straffen Reiseplan hatten, sind wir am Nachmittag in den wirklich schönen Ort San Christobal de las Casas weitergefahren, wo wir uns erst mal ein schönes Hostel gesucht haben und dann den Abend gemütlich ausklingen lassen haben. Gemütlich, sofern dies möglich war, denn trotz 3 Decken sind wir nachts halb erfroren. Kein Wunder bei Temperaturen um die 10°. Liegt wohl daran das das "Dorf" mit 130.000 Einwohnern auf über 2000 Metern liegt.

Mehr oder weniger ausgeschlafen und mit heftigem Muskelkater in den Beinen (nach zwei Tagen Pyramidenerklimmen kein Wunder) gingts dann zum Reiten. Wir sind kreuz und quer durch Wälder in ein 1,5 Std entferntes Dorf San Juan Chamula geritten. Das Dorf hat 3000 Einwohner, die ausschließlich aus Maya bestehen, die größtenteils eine Mayasprache sprechen (unmöglich zu verstehen).. Fotografieren ist strengstens verboten, das mögen die da nicht so gerne. Da Sonntag war, war ein großer Markt auf dem Hauptplatz und zusätzlich war noch sowas wie ein kleiner Faschingsumzug. Ich konnte es mir dann doch nicht verkneifen heimlich ein Foto zu machen.



Wir haben dann noch die Kirche des Ortes besichtigt, sowas haben wir noch nie gesehen. Die Kirche ist ein Mix aus normaler Kirche und Mayatraditionen. Bänke gibt es nicht, auf dem Boden liegen Tannennadeln, der ganze Boden ist voll von Kerzen und Menschen die dasitzen und in einer seltsamen Sprache mit Kerzen, Eiern und anderen Gaben irgendwen beschwören. Ein netter Reiseführer hat uns dann noch etwas über die Bräuche erzählt. Prinzipiell hat ein Mann mehrere Frauen, so zwischen 10 und 15 Jahren wird um die Hand angehalten, alle müssen einverstanden sein (Eltern, Brüder, Onkeln,...) außer dem Mädchen selbst, so zwischen 8-15 Kinder sind dann schon ganz normal .. krass. Sichtlich beeindruckt sind wir dann wieder zurückgeritten. Drei Stunden reiten insgesamt haben unseren Muskelkater dann perfektioniert.

Nach einer weiteren Nacht frieren sind wir am nächsten Tag zur Besichtigung einer Schlucht gefahren. Das war dann auch schon der letzte Punkt auf unserer Liste. Am Nachmittag sind wir noch gemütlich durch die Stadt geschlendert und am Abend gings dann auf den Bus, um ganze 14 Stunden heimzufahren. Der Kommentar einer Mexikanerin die diese Strecke alle 2 Wochen fährt, dass es normalerweise ruhig ist aber schon mal was passieren kann, hat uns nicht gerade beruhigt. Wir sind dann aber wieder gut angekommen.

Für mehr Fotos hier klicken