Freitag, 27. Februar 2009

Chiapas

Zeit für einen kleinen Reisebericht. Donnerstag Nachts um 12:00 ging es mit dem Bus ins 7 Stunden entfernte Palenque. Diverse Kommentare in Reiseführern, dass die Strecke Nachts mit dem Bus wohl nicht die sicherste ist und Erzählungen von Mitstundenten, dass vor drei Wochen anscheinend genau so ein Bus überfallen worden ist, haben uns ein bisschen ein mulmiges Gefühl beschert. Mit Geld und Kreditkarten an diversen Körperstellen versteckt gings dann aber trotzdem los. Aufgrund der vielen Schlaglöchern und Topes (das sind Wellen in der Fahrbahn um die Geschwindigkeit zu reduzieren) alle zehn Meter war schlafen schwer, aber wir sind trotzdem gut in Palenque angekommen.

Von dort aus ging es dann gleich zur Besichtigung der Mayaruinen von Palenque, die mitten im Dschungel liegen. Neben eindrucksvollen Pyramiden ist Affengebrüll inklusive (gesehen haben wir leider keine). Danach ging es zur Erfrischung zum Baden zu den Wasserfällen "Agua Azul" was soviel wie "blaues Wasser" heißt. Wieso? Seht selbst auf den Fotos.

Wir sind dann gleich weiter in den Ort Ocosingo gefahren, der uns am nächsten Tag als Ausgangspunkt für eine weitere Ruinenbesichtigung diente. Da wir für mexikanische Verhältnisse frühmorgens (um 10) dort waren, waren wir die Einzigen und konnten den wunderschönen Ausblick von der Pyramide ganz ungestört genießen.
Da wir einen straffen Reiseplan hatten, sind wir am Nachmittag in den wirklich schönen Ort San Christobal de las Casas weitergefahren, wo wir uns erst mal ein schönes Hostel gesucht haben und dann den Abend gemütlich ausklingen lassen haben. Gemütlich, sofern dies möglich war, denn trotz 3 Decken sind wir nachts halb erfroren. Kein Wunder bei Temperaturen um die 10°. Liegt wohl daran das das "Dorf" mit 130.000 Einwohnern auf über 2000 Metern liegt.

Mehr oder weniger ausgeschlafen und mit heftigem Muskelkater in den Beinen (nach zwei Tagen Pyramidenerklimmen kein Wunder) gingts dann zum Reiten. Wir sind kreuz und quer durch Wälder in ein 1,5 Std entferntes Dorf San Juan Chamula geritten. Das Dorf hat 3000 Einwohner, die ausschließlich aus Maya bestehen, die größtenteils eine Mayasprache sprechen (unmöglich zu verstehen).. Fotografieren ist strengstens verboten, das mögen die da nicht so gerne. Da Sonntag war, war ein großer Markt auf dem Hauptplatz und zusätzlich war noch sowas wie ein kleiner Faschingsumzug. Ich konnte es mir dann doch nicht verkneifen heimlich ein Foto zu machen.



Wir haben dann noch die Kirche des Ortes besichtigt, sowas haben wir noch nie gesehen. Die Kirche ist ein Mix aus normaler Kirche und Mayatraditionen. Bänke gibt es nicht, auf dem Boden liegen Tannennadeln, der ganze Boden ist voll von Kerzen und Menschen die dasitzen und in einer seltsamen Sprache mit Kerzen, Eiern und anderen Gaben irgendwen beschwören. Ein netter Reiseführer hat uns dann noch etwas über die Bräuche erzählt. Prinzipiell hat ein Mann mehrere Frauen, so zwischen 10 und 15 Jahren wird um die Hand angehalten, alle müssen einverstanden sein (Eltern, Brüder, Onkeln,...) außer dem Mädchen selbst, so zwischen 8-15 Kinder sind dann schon ganz normal .. krass. Sichtlich beeindruckt sind wir dann wieder zurückgeritten. Drei Stunden reiten insgesamt haben unseren Muskelkater dann perfektioniert.

Nach einer weiteren Nacht frieren sind wir am nächsten Tag zur Besichtigung einer Schlucht gefahren. Das war dann auch schon der letzte Punkt auf unserer Liste. Am Nachmittag sind wir noch gemütlich durch die Stadt geschlendert und am Abend gings dann auf den Bus, um ganze 14 Stunden heimzufahren. Der Kommentar einer Mexikanerin die diese Strecke alle 2 Wochen fährt, dass es normalerweise ruhig ist aber schon mal was passieren kann, hat uns nicht gerade beruhigt. Wir sind dann aber wieder gut angekommen.

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